© Patrick Schwarz

In 79 Tagen

Der Elefantenmensch

Auf einen Blick

Joseph Carey Merrick - genannt "der Elefantenmensch" - hat wirklich gelebt. 1862 wurde er geboren, 1890 ist er gestorben. Eingesperrt in einem missgebildeten Körper, zur Schau gestellt erst in schäbigen Jahrmarktsbuden und dann in den düsteren Anatomiesälen des viktorianischen Zeitalters: ein Leben zwischen gaffender Verachtung und wissenschaftlicher Neugier, bis er als Lieblingskind der High Society in den Londoner Salons herumgereicht wurde. Lange Jahre hielt man Merrick für schwachsinnig, bis der Londoner Arzt Dr. Frederick Treves hinter den entstellten Gesichtszügen jenen empfindsamen und gebildeten Geist entdeckte, der Merrick in Wirklichkeit war.

Heute ist Merrick ein Symbol für den Sieg des Geistes über den Leib - und eine Ikone der modernen Kultur: David Bowie stellte den "Elefantenmenschen" auf der Bühne dar, in David Lynchs legendärem Kinofilm war es John Hurt. Michael Jackson nahm in seinem Musikvideo "Leave Me Alone" Bezug auf ihn (und wollte das präparierte Skelett Joseph Merricks angeblich sogar kaufen).

1989 legte Autor und Regisseur Martin Kuchejda seine Bühnenerzählung dieses tragischen Menschenschicksals vor, der Schauspieler Maximilian Osterritter - selbst schwer körperbehindert - brillierte damals die Titelrolle. Nun also die Wiedergeburt des "Elefantenmenschen" in einer sorgsam überarbeiteten Fassung von Kuchejdas Drama. Diesmal spielt Osterritters Neffe Gerd-Josef Pohl den Joseph Merrick, den er nach über 40 Jahren als Puppen- und Schauspieler als "die wichtigste und persönlichste Rolle meines Lebens" bezeichnet. In weiteren Rollen sind Kathleen Wojahn und Dirk Loh zu sehen. Die ausdrucksstarke Großfigur für diese Inszenierung schuf Ulrike Oeter, die Graphiken und Projektionen Ralf Marczinczik.

Eintritt frei bei freier Platzwahl im Theatersaal. Bitte melden Sie sich an unter: theaterkasse@bergischerloewe.de

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51465 Bergisch Gladbach
Deutschland

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