Altes Pastorat

Geheime Gottesdienste im Gutshof

Altes Pastorat – Keimzelle einer anfangs illegalen Gemeinde

Eine kleine Kirche in einem üppig-grünen Tal mit Fachwerkhäusern und einem verschieferten stattlichen Alten Pastorat – das Örtchen Delling reizt nicht nur als Ausgangspunkt für Wanderungen etwa auf dem hier beginnenden Reformationsweg oder dem durch den Ort führenden Kürtener Mühlenweg, sondern auch zur Spurensuche in der wechselvollen Geschichte einer frühen evangelischen Untergrundgemeinde in dem hier vorwiegend katholischen Teil des Bergischen Landes.
 
1582 entschloss sich der Lehnsherr des nahen Ortes Olpe, evangelisch zu werden. Als Patron der Kirchengemeinde in Olpe bestellte er einen Pfarrer, der der Reformation zuzurechnen war. Das Blatt wendete sich allerdings in der Gegenreformation: Um 1622 herum berief der Lehnsherr wieder einen altgläubigen Pfarrer, ließ den evangelischen Pfarrer mit seiner Frau vertreiben und verbot evangelische Gottesdienste.

Das war die Geburtsstunde der evangelischen Gemeinde Delling, denn im dortigen Gutshaus des in holländischen Kriegs- diensten protestantisch gewordenen Junkers von Mosbach, genannt Breidenbach, trafen sich nun knapp 20 Christen, die nicht wieder zum katholischen Glauben zurückkehren wollten. Unter strikter Geheimhaltung feierten sie ihre Gottesdienste in jenem Gebäude, das heute das Alte Pastorat von Delling ist.
 
1672 wurde die Gemeinde zwar offiziell anerkannt, 1707 drohte allerdings bereits die nächste Krise: Das Gut sollte verkauft werden. Als kleine Bauern aber hatten die evangelischen Familien nicht die Mittel es zu kaufen. Zugleich wussten sie, dass
ein Verkauf in andere Hände das Ende der evangelischen Gemeinde an diesem Ort bedeutet hätte. Immerhin umfasste das Gemeindegebiet etwa 200 Quadratkilometer – das Gebiet der heutigen großen Diasporagemeinde Delling und der von hier aus nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten evangelischen Kirchengemeinde Lindlar. Daher baten sie wohlhabendere Glaubensgeschwister, in ihren Gemeinden eine Kollekte zum Kauf des Gutes zu halten. So brachten sie tatsächlich den Kaufpreis für das Gut zusammen. In der Folge baute die Gemeinde das Haus zur Kirche und zum Pfarrhaus um. Davon zeugen bis heute die unterschiedlichen Deckeneinzüge des Hauses.

Anfahrt: Am Ortseingang von Delling befindet sich ein Parkplatz (Delling 1, 51515 Kürten). Von dort aus sind es nur ein paar Schritte zum Alten Pastorat vis-à-vis der Kirche.
Infos:www.delling-kirche.de,www.kirche-delling.de (mit einer Karte des Dellinger Reformationswegs), www.bergisches-wanderland.de/bergische-streifzuege/alle-streifzuege/7-muehlenweg-kuerten-135-km
(Infos zum Kürtener Mühlenweg, dem Bergischen Streifzug Nr. 7)

Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Altes Pastorat
Delling 1
51515 Kürten

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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