Kloster Merten

Paradies hinter alten Klostermauern

Im früheren Kloster Merten leben heute Senioren

Majestätisch ragen die ehemaligen Abtei- mauern und die Doppelturmfassade der St.-Agnes-Kirche am Steilufer der Sieg in den Himmel. Das frühere Augustinerinnenkloster ist der ganze Stolz des zur Gemeinde Eitorf gehörenden Ortes Merten – und verbirgt hinter historischen Mauern ein regel- rechtes Paradies, in dem heute die Bewohnerinnen und Bewohner eines Alten- und Pflegeheims zu Hause sind. Das Ergebnis einer wechselvollen Geschichte, in der sich das Kloster zunächst in ein Schloss und weiter zu einer Wohn- und Ferieneinrichtung für Familien entwickelt hatte.
 
Erbaut wurden die Klostergebäude und die Agneskirche vermutlich um das Jahr 1160. Im „Mirakelbuch“ von Siegburg ist im Jahr 1181 von einer „Eila aus dem Dorf der heiligen Märtyrerin Agnes“ die Rede. In einer Urkunde aus dem Jahr 1217 wird das Kloster erstmals direkt erwähnt. Im Urkundentext wird festgehalten, dass der damalige Besitzer der Burg Merten, Otto von Kappenstein, und seine Frau Kunigunde gegen eine Entschädigung Gebäude an das Kloster abtreten sollen.
 
1699 brannte das Augustinerinnenkloster aus, worauf die romanische Kirche eine barocke Einrichtung erhielt. 1762 wurde das Torhaus erneuert, 1791 der Südflügel neu errichtet. Der Westflügel verfiel. Nach- dem das Kloster 1803 im Zuge der Säkularisierung aufgelöst worden war, kaufte 1809 Graf Felix Droste zu Vischering von Nesselrode-Reichenstein den Mertener Klosterbesitz und die Burg Merten und ließ eine neubarocke Orangerie im Innenhof errichten. Das nun als „Schloss“ bezeichnete vormalige Kloster wurde zum Sommer- sitz und nach dem Ersten Weltkrieg zum Hauptwohnsitz der gräflichen Familie.
 
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs brannte das Schloss, in dem zwischenzeitlich unter anderem ein Teil der erzbischöflichen Bibliothek eingelagert worden war, nach Artilleriebeschuss komplett aus. 1955 übernahm der Verband „Katholische junge Mannschaft“ das An- wesen, um darin Flüchtlingsfamilien unter- zubringen. Später dienten die Gebäude als Ferienunterkunft für kinderreiche Familien. Bis 1991 war das Schritt für Schritt ausgebaute Schloss eine Familien-, Erholungs- und Tagesstätte, bevor es an die Familie de Schrevel verkauft wurde. Sie betreibt heute im einstigen Kloster ein Alten- und Pflegeheim. In der Orangerie befindet sich ein kleines Café, das vor der Coronapandemie ebenso wie der sehenswerte Innenhof mit Teichanlage und Rosengarten auch für Ausflügler und Wanderer zugänglich war.
 
An den historischen Klostermauern vorbei führt die dritte Etappe des Natursteigs Sieg von Stadt Blankenberg nach Merten.

Anfahrt: Parkplätze befinden sich an der Schloßstraße sowie vor dem Ein- gang zur Kirche St. Agnes am Kirch- weg. Vom Bahnhalt Merten ist das ehemalige Kloster auf dem Natursteig Sieg in wenigen Minuten zu erreichen.
Infos: www.naturregion-sieg.de/tour/
natursteig-sieg-etappe-03-stadt-blankenberg-merten

Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Kloster Merten
Schloßstraße
53783 Eitorf

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

Was möchten Sie als nächstes tun?

Sie benutzen offenbar den Internet Explorer von Microsoft als Webbrowser, um sich unsere Internetseite anzusehen.

Aus Gründen der Funktionalität und Sicherheit empfehlen wir dringend, einen aktuellen Webbrowser wie Firefox, Chrome, Safari, Opera oder Edge zu nutzen. Der Internet Explorer zeigt nicht alle Inhalte unserer Internetseite korrekt an und bietet nicht alle ihre Funktionen.