© Guido Wagner

Blauer Stein

Die Säulen der Erde

Basaltabbau Blauer Stein bei Windeck-Kuchhausen

Dieser Ort liegt nur wenige Meter von der großartigen Panoramaaussicht oberhalb Windeck-Kuchhausen entfernt und eröffnet doch einen Blick, der noch viel weiter reicht als über die Höhen von Westerwald und Bergischem Land: nämlich Jahrmillionen in die Vergangenheit und zugleich tief ins Innere der Erde. Die Rede ist von einem kleinen ehemaligen Steinbruch, in dem bis vor gut hundert Jahren Basalt abgebaut wurde und der heute ein faszinierender „geschützter Landschaftsbestandteil“ ist.
 
Meterhoch sind an den Wänden des ehe- maligen Steinbruchs sechseckige Basaltsäulen zu sehen, die wie die „Säulen der Erde“ auch die großen Bäume am Rande des Steinbruchs tragen. Ein kleiner Pfad führt mitten durch das zu markantem Stein gewordene Erdinnere.

Basalt ist ein Gestein, das im Erdzeitalter des Miozän vor fünf bis 25 Millionen Jahren entstanden ist. Damals trat im Gebiet des heutigen Westerwalds großflächig Lava aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche. Beim heutigen Ort Kuchhausen allerdings brach das flüssige Erdinnere in einem Schlot durch das Grundgebirge. Ein Großteil der Lava blieb in dem trichterförmigen Schlot stecken und erstarrte zu den markanten vier- oder sechseckigen Säulen. Denn durch das schnelle Abkühlen an der Erdoberfläche zieht sich die entstehende Kruste wie beim Trocknen von Schlamm zusammen. Dadurch entstehen Risse, die ein netzartiges Muster bilden. Mit fort- schreitender Abkühlung vertiefen sich die Risse, sodass die für Basalt typischen kantigen Säulen entstehen.
Die Linzer Basalt AG hat den Stein bis in die 1920er-Jahre abgebaut. Der Stein wurde zu Gleisschotter oder Pflastersteinen für Straßen verarbeitet, zur Uferbefestigung an der Sieg und als Mauerstein im Küstenschutz an Hollands Küsten verwendet. Zu den Inhabern der 1888 in Köln gegründeten Basalt AG gehörten nämlich nicht nur rheinische Steinbruchbesitzer, sondern auch niederländische Kaufleute. Der Bürger- und Verschönerungsverein „Leuscheider Land“ legte in den 1970er-Jahren eine Schutzhütte, Wege, Geländer und Bänke an. Seit 1986 ist der Basaltkrater „Blauer Stein“ als „geschützter Landschaftsbestandteil“ ausgewiesen.
 
Gut verbinden lässt sich ein Besuch an den
„Säulen der Erde“ auch mit einer Wanderung auf dem Wälderweg, einem der 25 Erlebniswege entlang des Natursteigs Sieg. Entweder man startet vom Parkplatz am Basaltkrater „Blauer Stein“ über einen gelb- weiß markierten Zubringerweg zu dem 18 Kilometer langen Rundweg (rot-weiße Markierung), der hinunter ins Siegtal führt, oder man wandert vom Startpunkt des Wälderwegs am Bahnhof Herchen hinauf zum Basaltkrater „Blauer Stein“ (einfache Strecke: 9 Kilometer). Alternativ können Wanderer mit Auto auch den Startpunkt Stromberg anfahren (einfache Strecke zum
„Blauen Stein“: 5,8 Kilometer).

Anfahrt: Ein ausgeschilderter Parkplatz fünf Gehminuten vom Basaltkrater „Blauer Stein“ entfernt liegt oberhalb von Windeck-Kuchhausen. Von der L 147 ist der Basaltkrater „Blauer Stein“ ausgeschildert. Wanderzuwege von Stromberg und Herchen an der Sieg über den Wälderweg.
Infos:www.naturregion-sieg.de/tour/waelderweg-windeck

Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Blauer Stein
Basaltstraße
51570 Windeck - Windeck-Kuchhausen

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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