© Guido Wagner

Draisine

Auf Schienen in die Vergangenheit

Mit der Draisine von Beyenburg durch das Tal der Wupper

Ein, zwei Umdrehungen mit den Pedalen und schon rollt die Draisine auf die Brücke über die Wupper. Links ist der Ort Beyenburg mit seinem Kloster und dem historischen Zentrum am Ufer der Staustufe zu sehen. Auf dem Gefährt für vier bis fünf Personen, von denen zwei in die Pedale treten, geht’s weiter am Wasser entlang.
 
Bis in die 70er-Jahre verkehrten hier noch Züge zwischen Wuppertal und Radevormwald. Nach der Stilllegung 1979 fielen die Gleise in einen Dornröschenschlaf, bis der Verein „Bergische Bahnen/Förderverein Wupperschiene“ ab 1989 ein 14 Kilometer langes Reststück der Wuppertalbahn wieder instand setzte. Seit 2015 bietet der Verein
„Wuppertrail“ auf den Gleisen ab Wuppertal- Beyenburg Draisinenfahrten an.

Wenige Minuten nach dem Start können Schienenpedalritter rechts ein „blaues Wunder“ erleben: eine Brücke, die leuchtend blau lackiert den Fluss überspannt und damit das hiesige Ennepetaler Stadt- gebiet mit dem von Wuppertal auf der anderen Seite verbindet.
 
Einige Flussbiegungen weiter kommt Dahlerau in Sicht. Der Wupperort gehört bereits zu Radevormwald und war einst selbst wie eine kleine selbstständige Stadt: Denn von Siedlungshäusern über eine Kinderkrippe bis hin zu Konsumladen und Post hatten die Eigentümer der örtlichen Tuchfabrik Johann Wülfing & Sohn die komplette Infrastruktur fürs tägliche Leben ihrer Beschäftigten rund um die Fabrik errichtet.

Im eindrucksvollen Wülfing-Museum, das ebenfalls von einem Verein betrieben wird, sind nicht nur faszinierende Exponate aus der Textilindustrie sowie noch funktions- fähige Webmaschinen zu entdecken, sondern auch eine riesige Dampfmaschine aus dem Jahr 1891. Bis 1954 sorgte sie mit 400 PS neben der Wasserkraft der Wupper für zusätzliche Antriebskraft. „Und sie bewegt sich noch heute“, sagt Naturparkführer Ulrich Kühn und setzt für die Besucher die großen Schwungräder in Gang. Auch der 140 Kilowatt starke Generator im Maschinenhaus ist noch voll funktionsfähig und wird an Energie-Thementagen des Muse- ums in Betrieb genommen.
 
Auf der Draisine muss man hinter Daherau etwas kräftiger in die Pedale treten. Denn auf einem etwa 700 Meter langen Teilstück geht es nun etwas steiler bergauf. Gemütlich rollen die Draisinen schließlich in den Bahnhof Dahlhausen, in dem engagierte Mitglieder des Vereins „Wupper- schiene“ mit einer beachtlichen Sammlung von Schienenfahrzeugen Einblicke in die Bahngeschichte bieten. Neben einer großen Dampflokomotive der Baureihe 52 sind hier mehrere kleine Dieselloks, Wagen und Schienenbaufahrzeuge zu sehen, die hier auf ihren Einsatz als Museumsbahnen auf der Wuppertalbahnstrecke warten, auf der es – an Tagen ohne Zugverkehr – per Draisine zurück nach Beyenburg geht. Bergab ein noch entspannteres Vergnügen.

Anfahrt: Parkplätze am Startbahnhof der Draisinen des Wuppertrails befinden sich in Wuppertal-Beyenburg an der Straße „Vor der Hardt“.
Infos:www.wuppertrail.com (für Fahrplan und Anmeldung),
www.wupperschiene.eu,www.wuelfing-museum.de

Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Wuppertrail e.V.
Vor der Hardt
42399 Wuppertal - Wuppertal-Beyenburg

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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