© Guido Wagner

Denkmal des Brezelbäckers

Mit der Burger Brezel auf dem Rücken

Denkmal des Brezelbäckers in Solingen-Unterburg

Keine Frage: Stock und Pfeife müssen dabei sein. Vor allem aber die berühmte Ware in der Kiepe auf dem Rücken. Ein ganzer Berg Burger Brezeln lugen aus der Trage auf dem Rücken des Brezelbäckers, der in Bronze gegossen an die Tradition dieser bergischen Spezialität und ihrer Vertriebswege erinnert, die noch bis ins 20. Jahrhundert hinein allein mit Muskelkraft bewältigt wurden.
 
Der Legende nach stammt die Burger Brezel eigentlich aus Frankreich. Um 1795 soll ein verwundeter französischer Soldat nach Burg gekommen und hier von einer Bäckerfamilie gesund gepflegt worden sein. Zum Dank, so erzählt man sich, hat er dem Bäcker dann das Brezelrezept verraten.
 
Schon optisch unterscheidet sich die Burger Brezel von den vor allem in Süddeutschland verbreiteten Varianten. Anders als diese ist ihr Mittelstrang vier- bis fünffach geschlungen. Und die Burger Brezel ist auch kein Laugengebäck wie ihre bajuwarischen Verwandten, sondern aus einem süßen Hefeteig hergestellt. Goldbraun muss das bergische Back- werk sein, knusprig und – ganz wichtig – hart und trocken. Damit ist es so haltbar wie ein Zwieback. Beim Verzehr wird es gerne in Kaffee gestippt oder „gezoppt“, wie man in Burg sagt.
Früher gab es in dem seit 1975 zu Solingen gehörenden Ort mehr als 30 Brezelbäcker, die das Gebäck herstellten und es von Brezelmännern, sogenannten Kiepenkerlen,
in Flechtkörben auf oft tagelangen Verkaufs- touren ins Bergische Land vertreiben ließen. Das Brezelbäcker-Denkmal in Unterburg, das 1989 zum 100-jährigen Bestehen des Verschönerungsvereins Burg an der Wupper errichtet wurde, erinnert heute ebenso daran wie der Brezel-Wanderweg. Er nutzt einige der historischen Pfade, auf denen noch vor gut 100 Jahren die Kiepenkerle mit ihrer leckeren Fracht ausschwärmten. Auf gut 21 Kilometern führt der mit einem
„B“ in einem Kreis markierte Weg einmal um Solingen-Burg herum. Auf verschiedenen Zuwegen, die mit einem einfachen „B“ markiert sind, kann der Brezel-Wanderweg unter anderem auch von Unterburg angesteuert werden, das im Übrigen auch ein Etappenort der 260 Kilometer langen Fern- wanderroute Bergischer Weg ist.
 
Von mehreren Stellen bietet der Brezel- Wanderweg reizvolle Ausblicke auf das 1890 wieder aufgebaute Schloss Burg, dessen Vorgänger die Grafen von Berg 1133 als ihren Herrschaftssitz errichteten, bevor sie 1380 nach Düsseldorf umzogen. Die nach mehreren Zerstörungen wieder- aufgebaute Burg hoch über der Wupper ist heute nicht nur eins der Wahrzeichen des Bergischen Landes, sondern auch eine der größten Burgen in Deutschland. Und: Direkt vis-à-vis ihrem Haupteingang gibt‘s in der „Bergischen Zwieback Manufaktur“ sowie in weiteren Geschäften in Ober- und Unterburg bis heute jene Burger Brezeln, durch die der Ort seit Jahrhunderten nicht nur im Bergischen in vieler Munde ist.

Anfahrt: Gegenüber dem Brezelbäcker- Denkmal gibt es an der Schloßbergstraße 6 in 42659 Solingen-Unterburg einen Parkplatz. Weitere Parkplätze befinden sich in Oberburg mit Schloss Burg und an der Talstation des landes- weit ältesten Sessellifts, der Unterburg mit Oberburg verbindet.
Infos:www.ich-geh-wandern.de/brezel-wanderweg-solingen,
ww.bergischer-weg.de,
www.zwieback24.de


Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Denkmal des Brezelbäckers
Schloßbergstraße 6
42659 Solingen

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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