© Guido Wagner

Denkmalgeschützter Ortskern Nümbrecht

Hauptort der Homburger Herrlichkeit

Der Ortskern von Nümbrecht steht unter Denkmalschutz

Schnurgerade zieht sich die Hauptstraße vom Dorfweiher bis hinunter zur evangelischen Kirche. Fachwerk- und Schieferhäuser bilden eine harmonische Kulisse. Der gesamte Ortskern von Nümbrecht ist denkmalgeschützt und verweist auf eine wechselvolle Geschichte, die ein ganz besonderes Ländchen am Südrand des Bergischen Landes geprägt hat, wo die Herren von Berg längst nicht immer den Ton angegeben haben.
 
Im 13. Jahrhundert nämlich war ein anderes Grafengeschlecht von Süden über die Sieg vorgedrungen: 1273 bringen die Herren von Sayn das Land um die damalige Homburg (heute: Schloss Homburg) durch Heirat in ihren Besitz. Das ist die Geburts- stunde der Herrschaft Homburg, die lange Zeit unmittelbar dem Heiligen Römischen Reich unterstellt war, also reichsunmittelbar war. Nümbrecht war damals der Hauptort dieser „Homburger Herrlichkeit“.
 
Das ist wohl nirgends besser zu fassen als in der heute evangelischen Kirche des Orts. Das Gotteshaus wird bereits 1131 erstmals als Besitz des Bonner Cassiusstifts urkundlich erwähnt, im 15. Jahrhun- dert zu einer Hallenkirche umgebaut und um die Gruftkapelle der Grafen von Sayn ergänzt. 1563 wurde in der Gemeinde das lutherische Bekenntnis eingeführt, 1605 das reformierte.
 
Erst im 17. Jahrhundert gelingt es den Herren von Berg, eine finanzielle Schwäche des mittlerweile zwischen den Grafen zu Sayn sowie den Grafen zu Wittgenstein aufgeteilten Homburger Ländchens auszunutzen und die Homburg zu besetzen. Die Herrschaft wird aufgeteilt, Berg erhält die Kirchspiele Waldbröl und Morsbach, Homburg besteht künftig lediglich noch aus Wiehl und Nümbrecht. Die Grafen von Sayn denken allerdings nicht daran aufzugeben und bauen unter anderem das schlichte Burghaus zum heutigen Schloss Homburg aus.

Die 1828 errichtete Synagoge in Nümbrecht war geistliches Zentrum für die Juden in den Kreisen Gummersbach, Waldbröl und Wipperfürth sowie der Gemeinde Ruppichteroth. 1938 wurde sie im Zuge der nationalsozialistischen Pogrome zerstört. An die jüdische Gemeinde erinnern neben einem Mahnmal auf dem Dorfplatz auch mehrere Stolpersteine im Ortskern, die jeweils die Namen und Lebensdaten von durch die Nationalsozialisten ermordeten jüdischen Nümbrechter Bürgern tragen. Wer vom Schloss oder auch von der Kirche im Nümbrechter Ortskern der „Goldroute“ folgt, gelangt über die Alte Poststraße, die Distelkamper- und die Weiherstraße zum Eingang des Kurparks, der 1974 für die Landesgartenschau angelegt wurde und eine reizvolle Ergänzung zum historischen Ortskern bietet. Markant ist vor allem der Säulenbrunnen im Kurpark, ein Werk des Bildhauers Michael Schwarze.

Anfahrt: Von der A4, Abfahrt Gummersbach, der Ausschilderung nach Nümbrecht folgen. Zahlreiche Parkplätze im Ortskern.
Infos: www.nuembrecht.de

Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Ortskern Nümbrecht
51588 Nümbrecht

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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