© LVR, Arendt, Stefan

Nespener Mühle

Der letzte Müller schloss nur ab

Nespener Mühle – Mühlengeschichte in Reichshof-Nespen

Wie aus Getreide Mehl wird, können Besucher in der Mühle von Nespen in der Gemeinde Reichshof noch hautnah erleben. Denn die Einrichtung der rund 260 Jahre alten Mühle ist nahezu vollständig erhalten und seit einigen Jahren auch für die Öffentlichkeit zugänglich – nachdem sie ein halbes Jahrhundert in einem regelrechten Dornröschenschlaf überdauert hat.

Im Jahr 1749 wird in einem Verzeichnis des Amtes Windeck erstmals eine Mahlmühle zu Nespen genannt. Angetrieben wurde sie über ein Mühlrad, auf das Wasser aus dem oberhalb des Gebäudes gestauten Mühlteich lief. Später sorgte eine Turbine für den Antrieb. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Mühlsteine des Mahlwerks durch zwei Doppelwalzenstühle ersetzt, in denen das Getreide zwischen Walzen zerkleinert wurde. In der Regel wurde ein Walzenstuhl nach einem Mahlgang neu justiert und das Mahlgut dann erneut in den Mahlgang geschüttet. In mehreren Durchgängen entstanden so immer feinere Schrotungen und Mahlungen: vom Korn über Schrot, grobe und feine Grieße und Dunst zum Mehl. Die Nespener Mühle zählt daher auch zu den sogenannten Rückschüttmühlen.

Weil sich der Betrieb nicht mehr rentierte, gab Wilhelm Braun die Mühle am 31. Mai 1956 auf. Ein Glück für die heutigen Besucher: Das Mühlengebäude wurde damals nicht umgebaut und anderweitig genutzt, sondern einfach nur abgeschlossen. So überdauerte die historische Technik, bis Markus Jaeger die Mühle 2009 von der Tochter des Müllers Wilhelm Braun kaufte.
 
Am 3. Oktober 2009 wurde die Mühle zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Danach haben sich 20 Gäste als „Mühlenfreunde Nespen“ zusammen- gefunden. Ihr Ziel: die historische Mühle zu restaurieren. Heute kann die Antriebs-, Säuberungs- und Mahltechnik zu Vorführungen über einen Elektromotor in Gang gesetzt werden.


Zum jährlichen Mühlentag an Pfingstmontag laden die Mühlenfreunde Nespen zum schon traditionellen Mühlenfest ein. Im
an die Mühle angrenzenden Mühlencafé können Gäste an Wochenenden und Feier- tagen einkehren, für Gruppen werden die Türen auch unter der Woche geöffnet.
Unmittelbar an der Mühle vorbei führt auch der 240 Kilometer lange zertifizierte Fern- wanderweg „Bergischer Panoramasteig“. Auf ihm ist nur wenige hundert Meter von der Nespener Mühle die Wiehltalsperre zu erreichen – mit einer Insel, die durch eine Bierwerbung bundesweit bekannt wurde.

Anfahrt: Direkt an der Mühle Nespen (Im Ufer 2, 51580 Reichshof) kann man parken. Geöffnet ist sie von März bis Oktober jeden ersten Sonntag im Monat von 11 bis 16 Uhr.
Infos:www.muehlenfreunde-nespen.de,
www.bergisches-wanderland.de/tour/bergischer-panoramasteig-etappe-8-bergneustadt-wildbergerhuette

Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Nespener Mühle
Im Ufer 2
51580 Reichshof

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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