© Guido Wagner

Sommerfrische Ründeroth

Die Perle des Aggertals

Zur Sommerfrische nach Ründeroth

Jahrzehntelang war er Oberbergs Fremdenverkehrshochburg Nummer eins, „Perle des Aggertals“ wird Ründeroth bis heute genannt. Bereits 1884 erreichte die Eisenbahnlinie im Aggertal den Ort, Ründeroth blieb bis 1887 sogar Endpunkt der Strecke. In diesen Jahren beginnt der 1866 gegründete Heimat- und Verschönerungsverein damit, den Ort für Urlaubsgäste attraktiv zu machen. Der Lokalhistoriker Marcus Dräger zählt dazu in Veröffentlichungen neben dem Bau des Aussichtsturms auf der Hohen Warte im Jahr 1867 auch später errichtete Anlagen wie die Aggerpromenade, den Haldyturm von 1903 und das erste moderne Freibad im Aggertal.
 
Diese Entwicklung reizte auch Gastronomen zu Investitionen. So wurde 1908 der alte Bau des Hotels Baumhof aus der Zeit um 1780 abgerissen und für 51.000 Goldmark neu errichtet. Auf den in der Folgezeit regelmäßig vom Heimat- und Verschönerungsverein veröffentlichten Gästelisten finden sich ebenso Reisende aus Brüssel wie Urlauber aus Wuppertal oder Köln. 37 Personen sind allein am 20. August 1911 im Gasthof Baumhof abgestiegen, hinzu kommen Urlauber in den Gasthöfen Schützenhof, Karthaus und Spaeing.
 
Im 1904 vom Oberbergischen Gebirgs- verein herausgegebenen „Führer durch das
Bergische Land“ wird Ründeroth als „stadtähnlicher, freundlicher Ort mit hübschen Gärten und Villen“ beschrieben. In späteren Ausgaben fällt „stadtähnlich“ weg, stattdessen werden Sehenswürdigkeiten wie die seit Anfang der 20er-Jahre als Schauhöhle ein- gerichtete Höhle im Krümmeltal erwähnt (heutige Aggertalhöhle). Nach dem Ersten Weltkrieg stellt das Stahlwerk Dörrenberg einen zentral gelegenen Garten für die Anlage eines Kurparks zur Verfügung. Darin wird eine eisenhaltige
Heilquelle erschlossen, deren Wirkung der Apotheker Karl Gissinger in der Schrift
„Stahlbad Ründeroth“ beschreibt.

Zwischen 1920 und 1939 wird der Ort als „Perle des Aggertals“ zu einer beliebten Sommerfrische. Dazu trugen laut dem bis heute bestehenden Heimat- und Verschönerungsverein auch der Ausbau der Wanderwege und eine Reihe von Pensionen und Hotels bei. Für das Jahr 1937 meldet die Gemeindeverwaltung den Spitzenwert von 30.956 Übernachtungen. Von den 5184 Gästen sind 80 aus dem Ausland.
 
Im Zweiten Weltkrieg kommt der Kurbe- trieb zum Erliegen. Anfang der 50er-Jahre erhält er noch einmal einen Aufschwung. 1950 werden wieder mehr als 18.000 Übernachtungen gezählt – in 128 Gäste- betten. So viele hat kein anderer Ort im Oberbergischen. In der folgenden Zeit des Wirtschaftswunders verliert die „Perle des Aggertals“ allerdings gegen den nun einsetzenden Fernreisedrang Reisende an bislang unerreichbare Ziele im sonnigen Süden. In der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist der Ort aber nie und hat mit der Entdeckung der Riesenhöhle „Wind- loch im Mühlenberg“ 2019 eine ganz neue Anziehungskraft auch für weit anreisende Gäste entwickelt.

Anfahrt: Als Ausgangspunkt für die Erkundung des Orts bieten sich der Bahnhof („Start des Höhlenwegs (Bergischer Streifzug Nr. 14)“) oder der Parkplatz am Dörrenbergplatz 10, 51766 Engelskirchen-Ründeroth, an.
Infos:www.hvv-ruenderoth.de,
www.bergisches-wanderland.de/bergische-streifzuege/alle-streifzuege/14-hoehlenweg-engelskirchen-84-km

Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Sommerfrische Ründeroth
Dörrenbergplatz 10
51766 Engelskirchen - Engelskirchen-Ründeroth

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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