© Guido Wagner

Wacholderheiden

Todesbaum mit heilenden Kräften

Oberhalb von Eckenhagen liegt eine der letzten Wacholderheiden in Oberberg

Er ist ein sagenumwobener Todesbaum, der gleichwohl heilende Kräfte besitzt: Der Wacholder prägte einst weite Landschaften im Oberbergischen. Eine der letzten erhaltenen Wacholderheiden der Region ist die Branscheider Heide oberhalb von Reichshof- Eckenhagen. Vom Ortsrand führt mit dem 5,5 Kilometer langen Wacholderweg einer der 24 Streifzüge des Bergischen Wanderlands hinauf zu dem knapp fünf Hektar großen Heidegebiet, das heute von der Biologischen Station mit Hilfe von Schaf- und Ziegenherden davor bewahrt wird, dass Wald die freien Flächen überwuchert. Wer Glück hat, trifft die vierbeinigen Heidepfleger bei der Arbeit an.
 
Noch vor gut 200 Jahren waren weite Teile des Bergischen Landes nicht bewaldet, sondern bestanden aus kargen Heideflächen. Denn seit dem Mittelalter hatten die hier siedelnden Menschen immer mehr Wälder abgeholzt, um Brenn- und Bauholz zu gewinnen. Weil sie die dadurch entstehen- den Wiesenflächen zudem intensiv beweideten, entwickelten sich große Heideflächen, auf denen sich als eine von wenigen Pflanzen der genügsame Wacholder mit seinen spitzen Nadeln auch gegen den Verbiss der Weidetiere behaupten konnte.
 
Zur Zeit Napoleons notierte der aus Frank- reich gekommene Leiter der Verwaltung im Großherzogtum Berg, Jacques Claude Beugnot (1761–1835), recht erstaunt seine Eindrücke aus dem Bergischen Land: „Der Boden ist trocken und unfruchtbar; hier und da sind die Berge mit Ginster und Busch- werk bewachsen, die auf einstmals abgeholzte Wälder verweisen, wo die Vegetation aber zu schwach ist, um die ihr von den Landbewohnern zugefügte Schmach wieder zu heilen.

Keine Ernten mehr, keine Obstbäume, keine Wälder, keine Spuren von Ackerbau: nichts als Einöde und Menschen.“ Längst hat sich der auch von den Preußen stark geförderte Wald diese Einöde zu großen Teilen zurückerobert – und seinerseits die Wacholderheide verdrängt.
 
Entlang des Wacholderwegs informieren Tafeln ebenso über die Bedeutung dieser Pflanze als Gewürz in der Küche wie über ihre heilenden Kräfte, beispielsweise gegen Nieren- und Blasenkrankheiten. Einblicke gibt es zudem in die Mythen, die sich um den Wacholder ranken. So opferte man dem Baum früher etwa Wolle und Speisen, wenn ein Kind erkrankt war. Insbesondere in der Dämmerung kann die ungleichmäßige Wuchsform des Wacholders aber auch wirklich furchteinflößend sein.
 
Vom höchsten Punkt des Rundwegs lohnt außerdem ein Abstecher auf den Höhenweg und auf diesem nach rechts zum Ort Block- haus. Von dort hat man direkt neben der „Panoramahütte am Blockhaus“ einen faszinierenden Blick über Oberberg und Rhein- Berg bis hin zum Siebengebirge am Rhein, bevor es an der Branscheider Wacholderheide vorbei zurück hinunter ins Tal geht.

Anfahrt: Start des Wacholderwegs (weiße „12“ auf rotem Grund) zur Branscheider Wacholderheide am Wanderparkplatz Landwehrstraße, 51580 Reichshof-Eckenhagen
Infos:www.panoramahuette-am-blockhaus.de,
www.bergisches-wanderland.de/bergische-streifzuege/alle-streifzuege/12- wacholderweg-reichshof-55-km


Diesen und weitere Texte finden Sie in der Broschüre "Bergische Orte" vom Naturpark Bergisches Land.

Kontakt

Wanderparkplatz Landwehrstraße
Landwehrstraße
51580 Reichshof - Reichshof-Eckenhagen

Zweckverband Naturpark Bergisches Land
Moltkestraße 26
51643 Gummersbach

Tel.: +49 22 61 / 9163100
E-Mail:
Webseite: www.naturparkbergischesland.de

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